Vitaminpräparate – zuviel ist ungesund

Banner, linke Hälfte auf blauem Grund Obstscheiben auf einem Spieß aufgereiht, daneben ein Briefchen mit Kapseln, rechts roter Schrifttzug Nahrungsergänzungsmittel (NEM)

Es ist bisher völlig unklar, ob Athletinnen und Athleten im Vergleich zu nicht sportlich aktiven Menschen wirklich einen erhöhten Bedarf an Vitaminen haben. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, Vitaminpräparate auf gut Glück zu schlucken.

 

Eine ausgewogene sportgerechte Ernährung reicht normalerweise aus, den Körper mit allen nötigen Vitaminen zu versorgen. Das gilt auch für Athletinnen und Athleten, selbst wenn sie tatsächlich einen höheren Bedarf haben sollten als andere Menschen. Meist essen sie ja auch mehr und nehmen entsprechend mehr Nährstoffe und Vitamine auf. Wirkliche Mangelerscheinungen sind sehr selten und können nur vom Arzt oder der Ärztin festgestellt werden. Viele Athletinnen und Athleten greifen dennoch zu Vitaminpräparaten – im guten Glauben, damit Gesundheitsschäden vorbeugen zu können, und in der Annahme, dass Vitamine jedenfalls nicht schaden können.

Das stimmt aber beides nicht so ganz. Manche Vitamine können nur im Zusammenspiel mit anderen Nährstoffen vom Körper richtig aufgenommen werden. Andere Vitamine können sogar, wenn sie in Überdosen eingenommen werden, gravierende gesundheitliche Schäden verursachen.

Vitaminmangel – eine überschätzte Gefahr

Ein echter Vitaminmangel kann natürlich gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Aber die Gefahr eines solchen Mangels ist bei der heutigen Vielfalt unseres Nahrungsangebots selten.

Ein Vitaminmangel kann zum Beispiel im Zusammenhang mit einseitiger Ernährung auftreten. Die Vitamine A, D, E und K sind fettlösliche Vitamine, das heißt, sie können vom Körper nur aufgenommen werden, wenn gleichzeitig genügend Fett über die Nahrung zugeführt wird. Wer also extrem fettarm isst, läuft eventuell Gefahr, dass ein Mangel an diesen Vitaminen auftritt.

In Phasen der Gewichtsreduktion wird weniger gegessen, und damit werden dem Körper oft auch weniger Vitamine zugeführt In diesen Situationen ist auf eine besonders nährstoffreiche Ernährung (viel Gemüse und Obst, magere Milchprodukte) zu achten.

Was zu viel ist, ist zu viel

Bei frei verkäuflichen Präparaten sind Vitamine teilweise sehr hoch dosiert; die Einnahme-Empfehlungen sind bestenfalls Durchschnittswerte, während der tatsächliche Bedarf von Mensch zu Mensch verschieden sein kann. Da ist schnell des Guten zu viel getan.

Besonders die fettlöslichen Vitamine haben es in sich. Eine Überdosis an Vitamin A kann zu Übelkeit und Sehstörungen, Schäden an Leber und Milz und bei sehr jungen Menschen sogar zu Wachstumsverzögerungen führen. Wenn zu viel Vitamin D eingenommen wird, wird dadurch den Knochen das Kalzium entzogen; das Risiko von Knochenbrüchen steigt. Überhöhte Dosen von Vitamin E können Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen. Ein Zuviel an Vitamin C wird vom Körper einfach über den Urin ausgeschieden. Es hat dann keinerlei Wirkung, kann aber Nierenprobleme und Durchfall verursachen.