Nahrungsergänzungsmittel – was ist das eigentlich?

Banner, linke Hälfte auf blauem Grund Obstscheiben auf einem Spieß aufgereiht, daneben ein Briefchen mit Kapseln, rechts roter Schrifttzug Nahrungsergänzungsmittel (NEM)

Der Begriff Nahrungsergänzungsmittel wird für die unterschiedlichsten Produkte verwendet. In der Regel handelt es sich um Lebensmittel und nicht um Arzneimittel. Sie unterliegen daher weniger strengen Kontrollen als Medikamente und bergen damit entsprechende Risiken.

 

Als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) werden Lebensmittel bezeichnet, die dazu bestimmt sind, die normale Ernährung zu ergänzen. Sie bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von Nährstoffen oder anderen Stoffen, die normalerweise mit der Nahrung aufgenommen werden. In der Regel werden sie in "Lebensmittel-untypischer", fertig dosierter Form, also etwa als Tabletten, Kapseln oder Pulver angeboten. Zu den Nahrungsergänzungsmitteln zählen Vitamine (z.B. Vitamin A, B6, C usw.) und Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Eisen und Calzium), Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Ballaststoffe, Pflanzen- und Kräuterextrakte sowie Protein- und Kohlenhydrat-Konzentrate.

Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel?

Im Allgemeinen gelten Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel, deshalb unterliegen sie der Lebensmittelverordnung und benötigen – anders als Arzneimittel – keine Zulassung. Sie werden demnach auch nicht auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin überprüft. Und – was noch schlimmer ist – die Hersteller sind anders als bei Arzneimitteln nicht verpflichtet, alle Inhaltsstoffe auf der Packung anzugeben.

Lieber Lebensmittel

Wer statt des Proteinkonzentrats öfter mal eine große Portion Magerquark isst, statt des Kohlenhydrat-Gels eine oder zwei Bananen und statt der Vitaminpillen regelmäßig Rohkost, der geht nicht nur dem Risiko aus dem Weg, unbeabsichtigt Dopingsubstanzen zu sich zu nehmen. Frische vollwertige Kost sieht auch appetitlicher aus als Konzentrate, sie schmeckt besser, schont den Geldbeutel und hat keine Nebenwirkungen. Ein echter Mangel an einzelnen Nährstoffen kommt bei dem vielseitigen Nahrungsangebot, das uns heute zur Verfügung steht, nur äußerst selten vor.

Wenn es sein muss: Arzneimittel

Wenn wirklich Mangelerscheinungen vorliegen, sollten nur ärztlich verordnete Arzneimittel genommen werden. Diese unterliegen strengen Kontrollen und Auflagen; so müssen zum Beispiel ausnahmslos alle Inhaltstoffe in der Packungsbeilage aufgeführt sein, und es muss auf alle möglichen Nebenwirkungen hingewiesen werden. Die Ärztin oder der Arzt wird außerdem genau festlegen, wie das Medikament eingenommen werden muss, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Frei verkäufliche Mittel immer riskant

Vor dem Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln in Bodybuilder-Fachgeschäften oder aus dem Internet muss dagegen eindringlich gewarnt werden: Häufig stammen die Produkte aus den USA – und von dort stammen auch die meisten Funde verbotener Substanzen in solchen Mitteln. Hinzu kommt, dass ausländische Produkte Substanzen enthalten können, die wegen der gesundheitlichen Risiken in Deutschland längst verboten oder nur als zugelassene Arzneimittel erhältlich sind. Aber auch der Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln in Supermärkten, Drogeriemärkten und Apotheken bietet keine Gewähr. Wegen der Gefahr von Verunreinigungen mit verbotenen Substanzen warnt die NADA grundsätzlich vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.