Sonstige Stimulanzien

Weniger gefährlich als Amphetamin, aber ebenfalls den Stimulanzien zugeordnet sind Ephedrin und dem Ephedrin verwandte Stoffe.

 

Ephedrin und seine Verwandten

Ephedrin ist ein Alkaloid aus einer chinesischen Pflanze der Gattung Ephedra. Von seiner chemischen Struktur ist es dem Amphetamin ebenso ähnlich wie den körpereigenen Hormonen Adrenalin und Noradrenalin. In der Medizin finden Ephedrin und verwandte Stoffe wie Pseudoephedrin, Methylephedrin und Cathin vor allem bei Erkältungskrankheiten zum Abschwellen der Nasenschleimhaut Verwendung. Ephedrin kann aber auch zur Leistungssteigerung missbraucht werden, da es die Bronchien weitet, die Herzfrequenz erhöht und anregend auf das Zentralnervensystem wirkt. Aus diesem Grunde ist es bei Wettkämpfen grundsätzlich verboten.

Pseudoephedrin: wieder auf der Liste

In der neuen Liste der Verbotenen Substanzen und Methoden, die ab dem 1. Januar 2010 gilt, ist der Wirkstoff Pseudoephedrin ausdrücklich wieder als verbotene Substanz aufgeführt. Pseudoephedrin ist beispielsweise in dem Erkältungsmittel Aspirin Complex enthalten. Um den therapeutischen Gebrauch des Mittels zu ermöglichen, wird ein Grenzwert von 150 µg pro Milliliter Urin festgelegt. Weil es individuell sehr unterschiedlich lange dauern kann, bis die Substanz im Körper abgebaut ist, rät die NADA aber grundsätzlich vom Gebrauch von Produkten ab, die Pseudoephedrin enthalten.

Coffein: nicht mehr verboten

Coffein, das in Kaffee und (unter der Bezeichnung Teein) auch in Schwarztee enthalten ist, steht seit dem 1. Januar 2004 nicht mehr auf der Liste der verbotenen Substanzen. In den 1980er Jahren waren Versuche bekannt geworden, Leistungssteigerungen mit hohen Dosen von Coffein zu erzielen. Das Internationale Olympische Komitee reagierte darauf zwar nicht mit einem Verbot coffeinhaltiger Getränke, legte jedoch einen Grenzwert für Coffein im Urin fest, von dem man annahm, dass er durch Trinken von Kaffee kaum erreicht werden könne. Bei Versuchen zeigte sich aber, dass bei manchen Menschen bereits nach dem Konsum von zwei Tassen Kaffee dieser Grenzwert erreicht sein kann. Man nimmt an, dass der individuelle Stoffwechsel hierbei eine Rolle spielt. Die Bestimmung wurde daraufhin aufgehoben.