Cannabinoide

Die Anwendung von Cannabis führt zwar nicht zu einer körperlichen Leistungssteigerung im Sport. Sie steigert aber die Risikobereitschaft und kann so zur Selbst- und Fremdgefährdung besonders bei Risikosportarten führen.

 

Cannabis bzw. Cannabinoide stehen auch auf der Verbotsliste. Der wichtigste Wirkstoff der Cannabispflanze (indischer Hanf, botanischer Name: Cannabis sativa) ist das Delta-9- Tetrahydrocannabinol (THC). Cannabis wird auf dem Schwarzmarkt in Form von Marihuana (getrocknete Blüten und Blätter), Haschisch (Harz aus den weiblichen Blüten) und als hochkonzentriertes Öl angeboten. Verboten sind auch synthetische Cannabinoide und sogenannte Cannabinomimetika wie die Partydroge „Spice“.

Wirkung und Nebenwirkungen

Das THC entfaltet seine Wirkung an sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Allgemein wird die Wirkung als entspannend und stimmungsaufhellend beschrieben. Bei höherer Dosierung kann es aber auch zu Unruhe und Angst oder zu Panikreaktionen und Verwirrtheit führen. Bei Menschen, die dafür eine Veranlagung haben, kann Cannabis auch Psychosen oder Depressionen auslösen. Außerdem besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.

Cannabis im Leistungssport

Der Gebrauch von Cannabis führt nicht zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung erleben Konsumenten jedoch häufig eine innere Distanzierung von der aktuellen Situation. Dieser Effekt kann zu einer höheren Risikobereitschaft und damit auch zu besseren Wettkampfergebnissen führen. Er kann aber auch bewirken, dass die Athletin oder der Athlet sich und andere gefährdet. Vor allem im Motor- und Skisport und anderen, ähnlich gefährlichen Sportarten ergibt sich daraus ein höheres Unfallrisiko. Aus diesen Gründen wurde Cannabis 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee verboten.

Eingeschränktes Verbot

Da Cannabis nicht unmittelbar leistungssteigernd wirkt, gilt das Verbot nur für den Wettkampf. Da das THC aber noch Wochen nach der Einnahme nachweisbar ist, können Kontrollen während eines Wettkampfs auch dann zu positiven Ergebnissen führen, wenn der Cannabiskonsum schon eine Weile zurückliegt. Für Athletinnen und Athleten empfiehlt sich daher ein genereller Verzicht.