Anabole Substanzen

Anabolika sind Substanzen, die eine muskelaufbauende Wirkung haben. Sie zählen zu den am meisten verbreiteten Dopingsubstanzen. Neben ihrer leistungssteigernden Wirkung haben sie eine ganze Reihe zum Teil gefährlicher Nebenwirkungen.

 

Der wichtigste Effekt von Anabolika liegt für Athletinnen und Athleten in der Förderung der Proteinsynthese (Eiweißherstellung) in den Muskelzellen. Somit kann durch verstärktes Training schneller mehr Muskelmasse produziert werden.

Steroidhormone

Die „klassischen“ Anabolika sind sogenannte Steroidhormone (kurz: Steroide), die dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln. Testosteron hat neben der anabolen auch noch eine androgene Wirkung. Diese bezeichnet die Ausreifung der typisch männlichen Geschlechtsmerkmale wie zum Beispiel eine stärkere Körperbehaarung oder eine tiefe Stimme. Da diese unterschiedlichen Wirkungsweisen immer zusammenhängen, spricht man auch von anabolen, androgenen Steroidhormonen (AAS). Die gebräuchlichsten synthetischen Steroidhormone sind Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.

Beta-2-Agonisten

Eine anabole Wirkung haben auch Beta-2-Agonisten. Sie sind in vielen Medikamenten zur Behandlung von Asthma enthalten. Besonders bekannt geworden ist hier die Substanz Clenbuterol, der außerhalb des Sports auch in der Tiermast Verwendung fand. Die Beta-2-Agonisten werden auf der Liste der verbotenen Substanzen als eigene Substanzgruppe aufgelistet.

Anabolika im Breitensport

Doping gibt es nicht nur im Leistungssport. Auch im Breitensport wird gedopt, vor allem wenn es darum geht, eine "gute Figur" zu machen. Fachleute schätzen, dass inzwischen jeder zehnte jugendliche Kraftsportler zu Anabolika greift. Im Rahmen einer Studie der Universität Lübeck wurden zwischen 1997 und 2000 454 Freizeitsportlerinnen und -sportler in 58 Fitness-Studios zum Thema Doping befragt. Das Ergebnis war erschreckend: 22 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen gaben den Gebrauch von Dopingsubstanzen an.

Ähnliche Ergebnisse zeigte eine in Süddeutschland durchgeführte Studie: Von den 621 Befragten gaben 3,9 Prozent der Frauen und 19,2 Prozent der Männer an, Dopingmittel zu nehmen. Der Mediziner Carsten Boos von der Universität Lübeck: "Bei vorsichtiger Schätzung gibt es bundesweit rund 200 000 Breitensportler, die mit Anabolika oder anderen Substanzen Missbrauch betreiben."

Nebenwirkungen garantiert

Die Liste der Nebenwirkungen durch Anabolikamissbrauch ist lang. Sie reicht von Akne über Veränderungen an den Geschlechtsorganen bis hin zu gefährlichen Herz-Kreislauferkrankungen und einem erhöhten Krebsrisiko. Auch die Psyche bleibt unter Umständen nicht verschont: Anabolika können zu erhöhter Aggressivität führen, und häufig kommt es nach dem Absetzen der Präparate zu Depressionen.