"Petzen ist in diesem Fall richtig"

Wer über Doping gut Bescheid weiß, kann sich gegen Doping-Angebote auch gut zur Wehr setzen. Darin will die NADA den Sportnachwuchs mit ihrer Präventionstour durch die Eliteschulen des Sports unterstützen. Am 10. April 2008 war sie am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern zu Gast.



Was kann eine Athletin oder ein Athlet tun, wenn ein Kumpel oder vielleicht sogar jemand aus dem Betreuer-Umfeld kommt und sagt: "Hier, nimm doch dieses Mittelchen, dann bist du schneller"? - Dies war eine der Fragen an die Schülerinnen und Schüler. Die erste Reaktion auf diese heikle Frage: betretenes Schweigen. Doch dann fasste sich eine Schülerin ein Herz und sagte: „Ich würde das nicht nehmen. Ich würde petzen.“ Dem zustimmenden Nicken der anderen folgte postwendend das Lob der NADA-Mitarbeiterin: „Das war eine hervorragende Antwort. Nein sagen und Petzen ist in diesem Fall genau das Richtige. Wendet Euch in so einem Fall unbedingt an jemanden, dem Ihr vertraut.“ Sie verwies auf das Beispiel der jungen Leverkusener Hürdensprinterin Anne-Katrin Elbe, die sich mutig und erfolgreich gegen ihren Trainer gewehrt hat, als der ihr Dopingmittel verabreichen wollte. Damit kam die Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern in Schwung.

Unbedingt notwendig: Grenzen akzeptieren

Die beiden Spitzensportlerinnen Joelle Franzmann (Triathlon) und Miriam Welte (Bahnradsport), die beide früher selbst das Heinrich-Heine-Gymnasium besucht haben, begleiteten die NADA auf der dritten Station der Info-Tour. Ihre wichtigste Botschaft: ein klares Nein zu Doping. „Ich habe den Sporthilfe-Eid unterschrieben“, sagte Miriam Welte, „und der wichtigste Teil für mich ist der mit dem Fair Play. Und der beinhaltet, dass ich nie gedopt habe und nie dopen werde. Ich will meine Leistung sauber bringen.“

Auch in den Diskussionen wurde klar gemacht, dass Doping Betrug und niemals eine Lösung ist. „Ihr müsst Eure Grenzen akzeptieren, die euch euer Körper setzt, wenn ihr mit Training und Ähnlichem alles ausgeschöpft habt“, so die Meinung von Joelle Franzmann. „Es ist sehr wichtig, dass ihr jetzt schon gut Bescheid wisst über Doping und Euch bewusst dagegen entscheidet“, sagte der NADA-Vorstandsvorsitzende Armin Baumert.

Eigenverantwortung groß geschrieben

Welche Substanzen sind verboten? Was ist zu tun, wenn man krank wird? Wie läuft eine Kontrolle ab? Was sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Doping, und welche Konsequenzen drohen, wenn man erwischt wird? Über diese Fragen klärte der Sportwissenschaftler Hauke Dewitz (Deutsche Sporthochschule Köln) in seinem Kurzreferat „Ich bin sauber“ auf. Er wies auch darauf hin, dass Nahrungsergänzungsmittel auch im Leistungssport bei vernünftiger Ernährung weitgehend überflüssig sind und stets Gefahren in sich bergen, weil ein guter Teil mit nachweisbaren Substanzen verunreinigt ist. „Ihr seid immer selbst verantwortlich für alles, was in Eurem Körper ist“, sagte Dewitz. „Und Ihr müsst die Konsequenzen selbst tragen.“ Die NADA-Tour wurde in Kaiserslautern in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Heine-Gymnasium und dem Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland organisiert. Auch High Five war wie immer mit einem Informationsstand dabei. Dabei nutzten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Info-Materialien, sondern vor allem auch den Highfive-Computer mit dem Wissenstest.