Offene Akne und Männerbusen: Was Anabolika bewirken können
Auf dem Lehrplan des Helmholtz-Gymnasiums in Heidelberg stand am 14. November 2008 ein etwas anderer Inhalt als an normalen Schultagen: Aufklärung über Doping durch das NADA-Präventionsteam.
Dumm gelaufen: außer Haus bei Kontrollbesuch
Nicole Reinhardt, Olympiasiegerin von Peking im Kanu, unterstützte die NADA bei ihrem Besuch der Eliteschule des Sports. Die 22-Jährige erzählte den Schülerinnen und Schülern von ihren Erfahrungen mit Doping-Kontrollen. Ein Erlebnis wird sie so schnell nicht vergessen: Vier Wochen vor den Olympischen Spielen kam plötzlich ein unangekündigter Kontrolleur zu ihr nach Hause – und die Athletin war nicht an ihrem angegebenen Aufenthaltsort. „Zum Glück konnte ich das Missverständnis aufklären“, erzählte die Kanutin, die sich an diesem Tag lediglich spontan dazu entschlossen hatte, arbeiten zu gehen.
Gnadenlos: keine Ausnahmen von der Regel
Wäre ihr ein solches Malheur jedoch ein zweites Mal passiert, hätte Reinhardt in Peking gar nicht erst antreten dürfen. Denn die Regeln sind eindeutig: Ein Vierteljahr im Voraus muss jede Sportlerin und jeder Sportler auf den Tag genau den jeweiligen Aufenthaltsort angeben. Wer länger als 24 Stunden nicht am angegebenen Ort ist, hat die Pflicht, sich abmelden.
Vorbildlich: Deutschlands Doping-Prävention
Auch Hockey-Profi und Olympiasieger Niklas Meinert begleitete die NADA in Heidelberg. Er bezeichnete die Doping-Prävention in Deutschland als vorbildlich. Damit aber für alle Sportlerinnen und Sportler die Chancen im Wettbewerb auch wirklich gleich sind, müssen viele andere Länder ihre Systeme noch verbessern. Bislang führt etwa die Hälfte der Länder, die an den Olympischen Spielen teilnehmen, solche Kontrollen durch, wie sie in Deutschland an der Tagesordnung stehen.
Ekelerregend: Bilder von entstellten Körpern
Welchen körperlichen Schaden Anabolika anrichten können, zeigte NADA-Mitarbeiter Dominic Müser den Heidelberger Schülerinnen und Schülern auf anschauliche Weise: Die Bilder von offener Akne, vergrößerten Männerbrüste und vermännlichten Frauen, die er während seines Vortrags präsentierte, erzeugten hörbar Ekel bei den Jugendlichen.
Erstaunlich: So schnell kann’s gehen
Dass man als Spitzensportlerin oder Spitzensportler einen großen Bogen um Drogen machen sollte, ist kein Geheimnis. Als Dominic Müser jedoch schilderte, dass sogar ein Disco-Besuch in falscher Begleitung schlimme Folgen haben kann, waren viele überrascht: Allein neben jemandem zu stehen, der einen Joint raucht, kann zu positiven Doping-Tests führen. Die außergewöhnliche "Lehrstunde" in Sachen Doping hat also ihr Ziel erreicht: mal wieder was dazugelernt.

