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Indirekte Nachweisverfahren für Dopingsubstanzen
Beim indirekten Nachweisverfahren wird nicht die gesuchte Substanz selbst in der Probe nachgewiesen, sondern es werden bestimmte Werte als “Normwerte“ festgelegt und deren Überschreitung als Hinweis auf Doping angesehen.
Indirekter Nachweis von Testosteron
Um vom Körper produziertes Testosteron von synthetischem zu unterscheiden, ist ein aufwändiges chemisches Verfahren notwendig. Es gibt aber eine Möglichkeit, erste Hinweise auf Doping mit Testosteron auf andere Weise zu erhalten, nämlich durch das Verhältnis von Testosteron und Epitestosteron im Körper. Wenn der Körper auf natürliche Weise Testosteron produziert, wird im selben Verhältnis auch Epitestosteron produziert; mengenmäßig ist das Verhältnis zwischen den beiden Stoffen im Körper immer in etwa gleich. Wird dagegen synthetisches Testosteron zugeführt, so steigt der Testosteronspiegel, während der Epitestosteronspiegel auf niedrigem Niveau bleibt. Ist die Differenz von Testosteron und Epitestosteron also ungewöhnlich groß, kann angenommen werden, dass die Athletin oder der Athlet gedopt hat. Für einen rechtsgültigen Beweis ist dann aber eine genauere Analyse erforderlich.
Indirekter Nachweis von Blutdoping und EPO – der Hämatokrit
EPO ist schwierig und nur für kurze Zeit nachzuweisen. Hinweise auf Blutdoping können aber bestimmte Blutwerte geben, allen voran der Hämatokrit-Wert. Dieser Wert bezeichnet den Anteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) am Gesamtvolumen des Blutes in Prozent. Da sich durch EPO oder die Zufuhr von Fremdblut die Anzahl der roten Blutkörperchen erhöht, kann ein erhöhter Hämatokrit ein Hinweis auf Blutdoping sein.
Blutprofile
Bei jedem Menschen sind die Blutwerte natürlich unterschiedlich, so kann eine Person natürlicherweise zum Beispiel höhere Hämatokrit-Werte haben als andere Menschen. Um individuelle Blutwerte als Vergleich heranziehen zu können, legt man heute auch sogenannte Blutprofile an. Dazu werden von den Athletinnen und Athleten in regelmäßigen Abständen und in unterschiedlichen Situationen (etwa vor und nach Trainingslagern) Blutproben genommen und die Ergebnisse in einen Blutpass eingetragen. So bekommt man ein Bild davon, welche Blutwerte bei einer bestimmten Person als normal gelten können. Abweichungen von diesen individuellen Normalwerten sind aussagekräftiger als einzelne Blutproben mit erhöhten Werten.



