Gefüllter Urinbecher und zwei Probeflaschen auf einem Tisch

Die Urinkontrolle ist die häufigste Form der Dopingkontrolle. Das Video zeigt den Ablauf im Detail.

Nahaufnahme vom Verschließen einer Probeflasche

Ein kurzes Video zeigt die Zwischenversiegelung der Urinprobe bei einer Dopingkontrolle.

Das Doping-Kontroll-System

Kaderathletinnen und Kaderathleten (D- bis A-Kader), Sportlerinnen und Sportler, die an deutschen oder internationalen Meisterschaften teilnehmen, und Athletinnen und Athleten, die einem Testpool angehören, müssen mit Dopingkontrollen rechnen.

 

Zum Sport gehören Regeln, und Wettkämpfe ohne Doping zu bestreiten ist eine wichtige Regel im Leistungssport. Dopingkontrollen dienen dazu, die Einhaltung dieser Regel zu überwachen.

Was nützen Kontrollen?

Dopingkontrollen helfen mit, dass der Wettkampf gerecht bleibt. Wer dopt, geht ein hohes Risiko ein, positiv getestet zu werden. Durch Dopingkontrollen kann die Chancengleichheit gewahrt bleiben. Sie schützen all diejenigen Sportlerinnen und Sportler, die ihren Sport sauber betreiben und nicht dopen wollen.Mit Doping schaden Athletinnen und Athleten in erster Linie sich selbst, aber sie reißen auch die jeweilige Sportart mit - die Glaubwürdigkeit der Sportart steht auf dem Spiel. Werden genügend und vor allem intelligent geplante Dopingkontrollen durchgeführt, können mögliche Zweifel an der Korrektheit eines Sieges zerstreut werden. Wenn die Ergebnisse dieser intelligenten Kontrollen negativ sind, glaubt das Publikum eher, das der Sieger oder die Siegerin nicht gedopt ist.

Wer wird kontrolliert?

Während eines Wettkampfs kann jeder Teilnehmende kontrolliert werden. Wer dann wirklich zur Kontrolle muss, wird anhand der Platzierung entschieden: Die auf dem "Treppchen" sind in der Regel immer dabei. Weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ausgelost werden. Wer in einen Bundesleistungskader (A-, B-, C-, D/C-, S- uind ST-Kader) berufen und einem Testpool zugeordnet ist, muss darüber hinaus jederzeit mit unangekündigten Kontrollen außerhalb der Wettkämpfe, sogenannten Trainingskontrollen, rechnen. Diese werden in verschiedenen Sportarten je nach Dopingrisiko unterschiedlich oft durchgeführt.

Der Ablauf der Urinkontrolle

Jede Kontrolle beginnt damit, dass die Kontrolleurin oder der Kontrolleur sich ausweisen muss. Anschließend musst du, unter genauer Sichtkontrolle, einen Becher mit mindestens 90 ml eigenem Urin füllen. Die Sichtkontrolle kann entfallen, wenn du das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hast.Der Urin wird dann auf zwei Flaschen (A- und B-Probe) verteilt. Diese sogenannten Kits können, wenn sie einmal versiegelt wurden, erst im Labor wieder geöffnet werden. Dabei wird die Versiegelung gebrochen. Eine Manipulation, beispielsweise auf dem Weg ins Labor, ist deshalb nicht möglich. Ein kleiner Rest Urin verbleibt im Becher, um sofort die Dichte zu messen. Je nach Ergebnis dieser Prüfung kann es sein, dass das Kontrollpersonal eine weitere Probe verlangt.

Angaben zu Medikamenten 

Der gesamte Ablauf der Dopingkontrolle wird protokolliert. Dabei musst du Angaben machen über die Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die du in den vergangenen sieben Tagen eingenommen hast. Solltest du Medikamente einnehmen, die auf der aktuellen Liste verbotener Substanzen stehen, musst du je nach Medikament und Testpool-Zugehörigkeit die Kopie eines ärztlichen Attests vorlegen oder angeben, dass du eine medizinische Ausnahmegenehmigung hast. Diese sogenannte Therapeutic Use Exemption (TUE) muss natürlich VOR der Einnahme beantragt werden. Besondere Regelungen gelten für Asthmamittel. Je nachdem, um welches Medikament es sich dabei handelt und welchem Testpool du angehörst, musst du eine Medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) beantragen oder ein ärztliches Attest vorweisen können. Am besten erkundigst du dich bei deinem Verband, welche Regelung für dich zutrifft.Alle Angaben und auch das Vorliegen einer TUE werden im Kontrollprotokoll vermerkt, das am Ende von der Athletin/dem Athleten und vom Kontrollpersonal unterschrieben wird. Einen Durchschlag bekommst du ausgehändigt.

Das Ergebnis

Wie das Ergebnis der Kontrolle war, erfährst du in der Regel sechs Wochen nach der Kontrolle. Dabei gilt: Wenn du nichts hörst, war der Test negativ. Du wirst nur informiert, wenn ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis vorliegt. Dies wird zunächst deiem Verband gemeldet, der dich dann über das weitere Vorgehen informiert.

Wie komme ich wieder raus?

Wenn du dich entschlossen hast, deine Laufbahn im Leistungssport zu beenden, bist du verpflichtet, dies deinem Verband und der NADA schriftlich mitzuteilen. Andernfalls würdest du weiterhin im Dopingkontrollsystem bleiben, mit allen Rechten und Pflichten.