Eine NADA-Mitarbeiterin im Gespräch mit Schulkindern in der Klasse

Mit diesem Video stellt die Nationale Anti Doping Agentur ihre Arbeit, insbesondere im Bereich der Prävention, anschaulich vor.

Bittere Erfahrungen

Junge Sportlerin sitzt am Rande des Lauffelds und schaut zu

Wenn Athletinnen und Athleten dopen, denken sie meist nur an das Hier und Jetzt, den nächsten Wettkampf, den nächsten Sieg. Aber später bereuen viele, was sie getan haben. Die beiden Spitzensportlerinnen Kelli White und Nina Kraft haben es am eigenen Leib erfahren.

 

Nina Kraft: "Das Herz herausgerissen"

Im Jahr 2003 wurde die Triathletin Nina Kraft beim Ironman Hawaii mit einer Zeitstrafe belegt und deshalb nur Zweite. Im darauffolgenden Jahr gewann sie das Rennen überlegen. In der anschließenden Wettkampfkontrolle wurde sie jedoch des Dopings mit EPO überführt.

"2003 fühlte ich mich, als hätte man mir das Herz rausgerissen. Im letzten Jahr hätte ich ohne Zeitstrafe gewonnen. Ich wollte aufhören. Aber jetzt habe ich mir selbst das Herz rausgerissen", stellt die Profi-Triathletin im Rückblick selbstkritisch fest. "Das Ganze ist von mir naiv. Aber ich kann den Fehler nicht mehr rückgängig machen."

Sie habe sich wegen des Betrugs bereits während des Wettbewerbs nicht wohl in ihrer Haut gefühlt. "Ich habe mich schon nach dem Sieg geschämt. Der Erfolg war nicht so schön wie in Frankfurt." (Zitat: FAZ.NET, 11. November 2004 ).

Kelly White: "Ich hasse dieses Bild"

Kelli White hatte 2003 die Sprintwettbewerbe über 100 und 200 Meter bei der Weltmeisterschaft in Paris für sich entscheiden können. Bei der anschließenden Dopingkontrolle wurde jedoch festgestellt, dass sie Modafinil eingenommen hatte. Modafinil stand zum damaligen Zeitpunkt zwar nicht auf der Liste der verbotenen Mittel, von ihrer Wirkungsweise her ist die Substanz aber eindeutig der Klasse der Stimulanzien zuzuordnen, womit sie verboten ist.

"Ich war ein Versuchskaninchen"

Später gestand die US-Sprinterin, auch das verbotene Designer-Steroid THG genommen zu haben. Ihr Trainer und der Chef der Firma BALCO, die THG entwickelt und vertrieben hat, hätten ihr dazu geraten. Auf diese Herren ist sie heute nicht mehr gut zu sprechen. "Ich war ein Versuchskaninchen", sagt die 28-Jährige. "Man hat von mir verlangt, sie zu testen, um herauszufinden, ob ich auf bestimmte Produkte besser reagierte als auf andere." (Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 21. Mai 2005)

"Das ist nicht, was ich einmal sein wollte"

In einem Interview mit USA Today schildert Kelli White ihre Reuegefühle. Sie habe es nicht ertragen können, sich selbst zu betrachten, weder im Fernsehen noch auf Fotos, besonders jene, als sie die US-amerikanische Meisterschaft über 200 Meter gewann und man ihre gestreifte Muskulatur gut sah. "Es war so offensichtlich, dass da was am Laufen war, besonders für Leute aus dem Leichtathletikumfeld", sagt sie. "Ich hasse dieses Bild, denn es zeigt jemand völlig anderen." Bei der Erinnerung an diese Zeit kommen ihr die Tränen. "Ich merkte, dass mit dem, was ich tat (Doping), ich jemand komplett anderes werden musste, jemand der ich nicht war. Ich musste meine Integrität und mein Wertesystem aufs Spiel setzen. Ich wusste, dass das falsch war. Ich schaue mir diese Person an und denke: Das ist nicht Kelli White. Das bin ich nicht, das ist nicht, was ich einmal sein wollte." (Interview bei www.usatoday.com, 2. Dezember 2004)

Dopen, weil alle dopen?

Vor einem Untersuchungsausschuss der amerikanischen Regierung erklärte Kelli White, warum sie zu Doping gegriffen hat: Sie sei davon überzeugt gewesen, dass sie dopen muss, nicht um einen Vorteil zu haben, sondern um den (illegalen) Vorsprung der anderen aufzuholen. Heute arbeitet Kelli White zusammen mit der WADA an einem gemeinsamen Ziel: Der Sport soll wieder sauber werden.